Unsere Vogelfütterung – Ohne Für- und Wiederbetrachtung

Vogelfütterung - auch in der Nacht ;-)

Hier möchte ich, Sebastian Handl, einige Gedanken zu unserer Vogelfütterung im Garten loswerden. Auf das Für und Wider der Vogelfütterung – auch ganzjährig – will ich dabei nicht weiter eingehen. Es gibt inzwischen immer mehr Evidenzen dafür, dass es sinnvoll ist – gerade im Sommer – und dass es Vögeln, die regelmäßig Futterstellen aufsuchen, besser geht. Was man aber sagen kann, es ist heute nötiger als früher.

Was man auch sagen kann, Vogelfütterung ist Hilfe und Naturerlebnis. Mit einem Hauch von Selbstkritik im Ton, steht bei uns das Naturerlebnis sehr weit oben. Daraus ergibt sich aber auch eine Verantwortung, die ich hier näher beleuchten will.

Die Gefahr, dass man Vögel von sich abhängig macht, sehe ich als gering an. Ebenso die Gefahr, dass einem die Vögel auf Dauer lästig werden, weil man es mit der Fütterung vielleicht übertrieben hat. Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 1,5 Jahren bei vielen Kleinvögeln, ist die Gefahr gering, dass sie sich an ein „Leben wie Gott in Frankreich“ gewöhnen bzw. es erlernen.

Nun kann man Futter per Futtersäule, Vogelhäuschen oder Bodenfütterung anbieten. Eines ist und bleibt dabei wichtig und bildet die Voraussetzung für eine Fütterung – die HYGIENE. Vögel sind kaum anfällig für Infektionen. Haben sie z.B. eine Salmonellenvergiftung liegt es üblicherweise am Menschen bzw. am verdorbenen Futter.

Womit man auch rechnen kann, es werden auch andere Tiere angelockt. Darauf sollte man schon ein Auge haben. Waschbär und Marder kann man ja noch als niedlich assoziieren, Ratten und Mäuse hingegen wohl weniger.

Ich bewerte das so: Ratten und Mäuse will ich nicht in meinem Garten und alles andere darf keinen Schaden anrichten!

Und eine Anmerkung: Nur weil Sie bemüht sind zu ergründen, was nachts bei Ihnen im Garten so los ist und auf Leben stoßen, heißt das nicht, dass in anderen Gärten ohne Fütterung nachts kein Leben ist nur weil man dem nicht nachgeht.

Was soll man aber machen, wenn man durch die Fütterung am Tag, nachts keine anderen Tiere anlocken will?

Alles, aber auch wirklich alles einsammeln und wegsperren. Um es einfach zu halten, die möglichen nächtlichen Besucher sind alle gute Kletterer. Die Höhe eines Vogelhäuschens ist keine Herausforderung! Auch sollte man daran denken, die Fläche um die Futterstelle immer zu reinigen. Vögel können zwar sehr gut ohne Messer und Gabel essen, aber es fliegt auch mal was daneben.

Nun kann es aber auch vorkommen, dass Zugvögel, z.B. Stare, die „Destination“ für sich entdecken. 20 Stare oder mehr auf dem Rasen können was von Hitchcocks „Die Vögel“ haben.

Fütterung zunächst einstellen ist der erste – aber auch vermutlich sinnvolle –  Reflex. Beobachtet man die Tiere, und sind vielleicht Jungtiere dabei, kann man aber auch feststellen, dass die erwachsenen Tiere z.B. Regenwürmer von weiter weg zur Fütterung bringen.

An dieser Stelle würde sich ein Einschub über Insektenschwund, Neonicotinoide, ökologische Wüsten durch unsere Agrarwirtschaft, … anbieten. Daraus würde sich auch ergeben, warum eine Fütterung im Sommer ebenso wichtig ist wie im Winter. Aber (auch) das sollte hier nicht das Thema sein.

Wohl wissend, dass manche Vogelfreunde unsere Methode nicht so gut finden, möchte ich eine wünschenswertere Situation am Ende skizzieren, wobei der Platz ohne Zufütterung zwangsläufig begrenzt ist:

Vögel finden „natürliches Futter“ im optimalen Garten! Dieser hat Sträucher, die Beeren tragen. Außerdem hat er ein paar Bäume und Stauden. Weiterhin hat er heimische Sträucher auf denen auch heimische Insekten vorkommen.

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